Dorfpolitik
>>> Historie der Orts und Gemeinderäte
Als ältestes (lesbares) Dokument haben wir die Gemeinderatssitzung vom 10. Mai 1928:
Es tagten folgende Herren:
Bürgermeister Heinrich Turnau
Ratsherren: Fr. Rose, H. Linse, H. Homann, H. Alves, Herm. Meier, G. Köhler, L. Prellberg,
Fr. Presuhn, Fr. Alten, R. Turnau, E. Cleves, W. Flohr, H. Abelmann, Fr. Fobbe, K. Fobbe,
E. Wilke, G. Garbe und H. Rathmann.
Parteizugehörigkeiten, die es 1928 ja noch gab, konnten nicht ausfindig gemacht werden. Einige Namen tauchen in dem, 1935 gewählten, NSPAP-Gemeinderat wieder auf.
Fr. Presuhn wird 1946 zum Bürgermeister gewählt (parteilos, später CDU)
H. Abelmann wird stellvertretender Bürgermeister (SPD)
Am 29.09.1930 wurden folgende Gemeinderäte vereidigt:
Bürgermeister Heinrich Turnau
Ratsherren: Hermann Isemann, August Pollkehn, Fritz Rose, Heinrich Alves, Fritz Bremer, Walter Däumichen, Heinrich Kahle, Fritz Howind.
Parteizugehörigkeiten konnten nicht ausfindig gemacht werden, lediglich der Name Heinrich Alves taucht in der ersten gewählten Gemeindevertretung 1946 als SPD-Gemeinderatsmitglied auf.
Die Eidesformel:
Ich schwöre: Ich werde Volk und Vaterland
Treue halten, Verfassung und Gesetze beachten
und meine Amtspflichten gewissenhaft erfüllen,
so wahr mir Gott helfe.
Ein wenig „große Politik“ am Rande:
Reichspräsidentenwahl 09.04. 1932:
von Hindenburg: 375 Stimmen
Hitler: 253 Stimmen
Thälmann: 20 Stimmen
Reichstagswahl 06.11.1932
Sozialdemokratische Partei Deutschlands - 234 Stimmen
Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei - 215 Stimmen
Deutsch-Hannoversche Partei - 72 Stimmen
Deutschnationale Volkspartei - 47 Stimmen
Kommunistische Partei Deutschlands - 46 Stimmen
Deutsche Volkspartei - 9 Stimmen
Deutsche Zentrumspartei - 3 Stimmen
Niedersächsische Bürgerliche Mitte - 2 Stimmen
Christlich-Sozialer Volksdienst - 2 Stimmen
Reichspartei des Deutschen Mittelstandes - 1 Stimme
0 Stimmen für folgende Parteien:
Deutsches Landvolk, Volksrecht Partei, Sozial-Republikanische Partei Deutschlands, Sozialistische Arbeiter-Partei Deutschlands, Freiwirtschaftliche Partei Deutschlands, Polenliste.
Berufung der Gemeinderäte am 01.10. 1935:
Bürgermeister: Heinrich Turnau
Ratsherren: August Pollkehn, Hermann Isemann, Fritz Rose, Fritz Bremer, Adolf Linse, Walter Däumichen.
Die neue Eidesformel:
Ich schwöre: Ich werde dem Führer des Deutschen Reiches
und Volkes Adolf Hitler treu und gehorsam sein, die Gesetze
beachten und meine Amtspflichten gewissenhaft erfüllen,
so wahr mir Gott helfe.
Weitere Unterlagen aus dieser Wahlperiode fehlen. Einziges:
Die Angabe einer Parteizugehörigkeit wurde durch die Mitgliedsnummer der NSDAP ersetzt.
Am 12.11. 1938 wurde Hermann Isemann als neuer Bürgermeister vereidigt.
Im Jahre 1940 hätte wieder eine Gemeinderatswahl stattfinden müssen. Aufgrund der Kriegswirren fand keine Wahl statt.
Einzig Bekanntes:
Die Aufwandsentschädigung für den Bürgermeister wurde 1942 auf 1.440 RM p.a. erhöht.
Am 04.01. 1943 ist Bürgermeister Hermann Isemann in Russland gefallen.
Die Aufwandsentschädigung für den Bürgermeister wurde 1943 auf 2.640 RM p.a. erhöht.
Im Jahre 1944 unterschreibt Fritz Rose in einem Schriftstück als Bürgermeister.
Vorläufige Gemeindevertretung 31.01.1946:
Bürgermeister: Friedrich Presuhn (parteilos)
Gemeinderäte: Heinrich Abelmann, Heinrich Lange, Karl Cleves, Fritz Ahrens, Lina Deike, Fritz Habenicht, Hermann Schmalkuche
(alle SPD)
Heinrich Alves, Konrad Flohr, Willi Hagemann, Karl Bammert, August Wedekind (alle parteilos)
Hans von Bandel ( Deutsch-National)
Diese Gemeindevertretung wechselt durch Todesfälle, Umzüge und Rücktritte häufig seine Mitglieder. Die einzige Frau in der Gemeindevertretung, Lina Deike, erscheint nicht mehr im ersten Gemeinderat.
Den Amtseid leisten am 20.08. 1946 folgende Gemeinderäte:
Friedrich Presuhn (Bürgermeister)
Heinrich Abelmann, Karl Bammert, August Bathel, Albert Blume, August Brandhorst, Albert Bruns,
Karl Cleves, Hermann Hennecke, Heinrich Kreth, Heinrich Lampe, Rudolf Quindel, Ernst Wilke.
Der Amtseid 1946:
Ich schwöre bei Gott dem Allmächtigen, dass ich jederzeit das mir übertragene Amt nach bestem Wissen und Können unparteiisch und ohne Ansehen der Person ausüben werde und dass ich gewissenhaft die Verfassung und die Gesetze Deutschlands in Ihrer derzeit bestehenden Form befolgen werde und dass ich zu jeder Zeit für das Wohl der Gemeinde arbeiten und ihr unbestechlich und ohne Eigennutz dienen werde. So wahr mir Gott helfe.
(Der Teil „Ich schwöre bei Gott dem Allmächtigen“ kann ersetzt werden durch
„Ich erkläre feierlich und aufrichtig“. Der Teil „So wahr mir Gott helfe“ kann ausgelassen werden.)
Um den sozialen und existenziellen Schwierigkeiten und Gegebenheiten dieser Zeit gerecht zu werden, wurde ein Gemeindeflüchtlingsrat und ein Ortsernährungsausschuß gebildet:
Mitglieder des Gemeindeflüchtlingsrates:
Friedrich Presuhn, Erich Fuhrmann, Hermann Hennecke, Albert Sielaff,
Anna Schröter und Richard Weinert.
Mitglieder des Ortsernährungsausschusses:
Als Erzeuger: Hermann Mehnert (Landwirt), Heinrich Stille (Landwirt) und
Wilhelm Gerecke (Gärtner)
Als Verbraucher: Heinrich Brandhorst (Maler), Otto Laubitz (Beifahrer) und
Karlheinz Otto (Müller)
Die nächste Gemeindewahl fand bereits zwei Jahre später, am 28.11. 1948, statt:
Bürgermeister: Friedrich Presuhn (Deutsche Partei)
Stellv. Bürgermeister: Heinrich Abelmann (SPD)
Gemeinderäte: August Bathel, Karl Cleves, Hermann Hennecke, Otto Laubitz,
Albert Sielaff (alle SPD)
Albert Bruns, Adolf Linse, Hermann Mende, Richard Weinert (alle CDU)
Heinrich Alves, Heinrich Turnau (DP)
Bei der Gemeindewahl am 09.11. 1952 tauchte eine neue Partei auf, die die Situation des deutschen Volkes recht deutlich wiederspiegelt: Block der Heimatvertriebenen und Entrechteten (BHE).
Es wurde, wie folgt gewählt
Bürgermeister: Friedrich Presuhn (DP)
Max Nitsch, Hermann Hennecke, August Bathel, Otto Laubitz, Karl Cleves
(alle SPD)
Adolf Linse, Albert Bruns, Friedrich Turnau (alle DP)
Karl-Otto von Boeltzig, Alois Jansch, Richard Weinert (alle BHE)
Heinrich Turnau (CDU)
Anscheinend herrschte zwischen der Deutschen Partei (DP) und der CDU überwiegend Einigkeit. Die Gemeinderäte wechselten zwischen 1948 und 1952 teilweise die Parteien
und traten 1956 dann gemeinsam als CDU an.
Aufgrund von Umzügen und Todesfällen gab es einige Wechsel im Gemeinderat. Zu erwähnen ist die erste Frau im Gemeinderat: Am 19.10. 1953 zog Frau Frieda Hoffmann für Karl-Otto von Boeltzig (BHE) ein.
Bei der Gemeindewahl am 28.10. 1956 trat dann ein Zusammenschluss aus DP, CDU, FDP und Mittelstandsblock an. Die Partei BHE öffnet sich und nennt sich jetzt Gesamtdeutscher Block-BHE (GB-BHE). Gewählt wurde, wie folgt:
Bürgermeister: Friedrich Presuhn (CDU)
Gemeinderäte: Otto Laubitz, August Bathel, Max Nitsch, Hermann Hennecke,
Erich Peter, Heinrich Kreth (alle SPD)
Albert Bruns, Friedrich Howind, Friedrich Turnau (alle CDU)
Richard Weinert, Gerhardt Borrmann, Willy Pförtner (alle GB-BHE)
Schriftlicher Vermerk auf den Unterlagen des Wahlauschusses:
„Zigarre oder Tafel Schokolade für den 1000. Wähler.“
Handschriftlich: „Gleich nach der Wahl zusammen etwas essen.“
In den Wahlunterlagen befindet sich ein Dankesschreiben an einen
örtlichen Schlachtermeister für die Vesper „es hat allen sehr gut
geschmeckt.“
Am 19.03. 1961 erfolgte die nächste Gemeindewahl.
Bürgermeister: Friedrich Presuhn (CDU).
Gemeinderäte: Max Nitsch, Otto Laubitz, Hermann Hennecke, Erich Peter,
Rudolf Tschiche (alle SPD)
Albert Bruns, Friedrich Howind, Friedrich Turnau, Klaus Bremer (alle CDU)
Hermann Mende, Richard Weinert, Gerhardt Borrmann (alle GB-BHE)
Diese Wahlperiode war die letzte mit dem Bürgermeister
Friedrich Presuhn. Herrn Friedrich Presuhn wurde später der Titel
“Ehrenbürgermeister“ der Gemeinde Schulenburg verliehen.
Die Gemeinderatswahl am 27.09.1964 hatte dann den erwähnten Wechsel des Bürgermeisters.
Bürgermeister: Max Nitsch (SPD)
Gemeinderäte: Hermann Hennecke, Albert Bruns, Gerhard Fuhrmann, Erich Peter, Josef Bohmert, Paul Dziub (alle SPD)
Friedrich Howind, Klaus Bremer, Hans-Hinrich Meyer, August Schwietring (alle CDU)
Richard Weinert, Gerhard Borrmann (beide GB-BHE)
Im Gemeinderat von 1968 bis 1972 saßen folgende Herrschaften:
Bürgermeister Max Nitsch (SPD)
Paul Dziub, Rudolf Tschiche, Albert Bruns, Lothar Reichert, Karlheinz Wolters, Karl Krondak
(alle SPD)
Friedrich Howind, Hans Hinrich Meier, Klaus Bremer, August Schwietring, Gerhard Borrmann,
Gunther-Arnfried Schauer (alle CDU)
Der letzte Schulenburger Gemeinderat trat am 09.11. 1972 zu seiner ersten Sitzung zusammen:
Bürgermeister: Max Nitsch
Paul Dziub, Friedrich Jeske, Heinz Möller, Heinz Rohne, Hans-Otto Rose,
Manfred Schnitzer, Rudolf Tschiche (alle SPD)
Hans-Jürgen Berghof-Ising, Klaus Bremer, Heinzgünter Flohr, Hans-Hinrich Meyer,
Gunter-Arnfried Schauer (alle CDU)
1974 war die Gebietsreform, die die selbstständige Gemeinde Schulenburg zu einem Ortsteil der Stadt Pattensen werden ließ. Aus einem 13-köpfigen Gemeinderat wurde ein 7-köpfiger Ortsrat:
Bürgermeister: Max Nitsch
Ortsratsmitglieder: Heinz Rohne, Heinz Möller, Hans-Otto Rose (alle SPD)
Friedrich Hummelke, Werner Linse, Walter Gross, (alle CDU)
1976 wurde der erste Ortsrat nach der Gebietsreform gewählt:
Max Nitsch (SPD) Ortsbürgermeister
Karl Krondak (SPD)
Karl-Heinz Fedderke (SPD)
Heinz Möller (SPD)
Friedrich Hummelke (CDU)
Werner Linse (CDU)
Hans-Otto Rose (FDP)
Die Kommunalwahl 1981 ergab folgende Mandatsträger im Schulenburger Ortsrat und einen Bürgermeister der CDU:
Friedrich Hummelke (CDU) Ortsbürgermeister
Albert Meier (CDU)
Heinrich Turnau (CDU)
Hans-Otto Rose (FDP)
Heinz Rohne (SPD)
Karl Krondak (SPD)
Heinz Möller (SPD)
Der Ortsrat, gewählt 1986:
Heinz Rohne (SPD) Ortsbürgermeister
Heinz Brandhorst (SPD)
Karl-Heinz Fedderke (SPD)
Karl-Heinz Wolters (SPD)
Friedrich Hummelke (CDU) stellv. Ortsbürgermeister
Heinrich Turnau (CDU)
Albert Meier (CDU),
1989 verstarb Herr Albert Meier und wurde durch
Hermann Gebhardt (CDU) ersetzt
Der Ortsrat von 1991 bis 1996 war durch einige Wechsel innerhalb der SPD in ständiger Bewegung:
Heinz Rohne (SPD) Ortsbürgermeister bis 1994
Karl-Heinz Fedderke (SPD) Ortsbürgermeister ab 1994
Karl Grotjahn (SPD)
Heinz Brandhorst (SPD)
Sven Schmidt (SPD) ab 1994 für Heinz Rohne
Reinhard Tilch (SPD) ab 1995 für Karl Grotjahn
Hans-Dieter Kolshorn (SPD) ab 1996 für Sven Schmidt
Friedrich Hummelke (CDU) stellv. Ortsbürgermeister
Heinrich Turnau (CDU)
Hermann Gebhardt (CDU)
Nach der Kommunalwahl 1996 setzte sich der Schulenburger Ortsrat wie folgt zusammen:
Karl-Heinz Fedderke (SPD) Ortsbürgermeister
Heinz Brandhorst (SPD)
Walter Schmidt (SPD)
Oliver Sievers (SPD)
Joachim Schneider (UWG) stellv. Ortsbürgermeister
Rüdiger Kowalkowski (UWG)
Dirk Meier (CDU)
Der Ortsrat von Schulenburg von 2001 - 2006. Die Ortsratsmitglieder waren:
Karl-Heinz Fedderke (SPD) Ortsbürgermeister
Oliver Sievers (SPD)
Walter Schmidt (SPD)
Rüdiger Sparberg (SPD)
Dirk Meier (CDU) stellv. Ortsbürgermeister
Monika Sinner (CDU)
Joachim Schneider (UWG)
Der Schulenburger Ortsrat sah von 2006 bis 2011 wie folgt aus:
Heinz Brandhorst (SPD) Ortsbürgermeister bis 2010
Rüdiger Sparberg (SPD) bis 2008
Mark Hartmann (SPD)
Andreas Knoll (SPD) ab 2008 für Rüdiger Sparberg
Thorsten Krüger (SPD) ab 2010 für Heinz Brandhorst
Wolfgang Zschoch (CDU) ab 2010 Ortsbürgermeister
Monika Sinner (CDU ab 2008 parteilos)
Joachim Schneider (UWG) stellv. Ortsbürgermeister
Gerhard Reschke (UWG)