Historie >>> Ortshistorie Schulenburg


Bis in die Steinzeit Verschiedene archäologische Funde in der Gemarkung Schulenburg weisen darauf hin, dass hier seit der Steinzeit Menschen gelebt haben. Sieben Hügelgräber am Schulenburger Berg, sowie ein Gräberfeld südlich Schulenburgs lassen vermuten, dass in ihrer Nähe Siedlungsplätze waren - doch wo genau und wie lange sie benutzt wurden, ist unbekannt.
Um 790

Erste urkundliche Erwähnung des ältesten Adelshauses Europas, den Welfen. Knapp 1000 Jahre später stellt dieses Adelsgeschlecht die Könige von Hannover und Großbritannien.

Frühes 9. Jahrhunder Die Wüstung (Ansiedlung) Werbeke, in der heutigen Gemarkung Schulenburg, wird (neu) gegründet, möglicherweise liegt hier die Umbenennung einer bereits existierenden Ansiedlung vor; denn an der Wüstungsstelle wurden diverse Siedlungsscherben früherer Jahrhunderte (0-350) gefunden. Ein entsprechendes Dorf wird im 10./11.Jahrhundert in einem Register der Abtei Werden als Werdbeki erwähnt. Werbeke lag westlich des heutigen Schulenburg, ungefähr zwischen dem verlängerten Milchweg und der Adenser Straße fast Höhe Einbiegung zur Marienburg. Mit dem Grundwort -beke (althochdeutsch beki = bach) wird auf die Lage Werbekes an der Beeke Bezug genommen. Das Bestimmungswort wer(t) ist abgeleitet vom althochdeutschen werd, werdh = Wert, Geld Lohn und könnte vielleicht einem Wergeld entlehnt sein, mit dem der Frankenkönig fränkische Adlige, die in unsicheren Teilen Frankreichs lebten, entschädigte.
1149 Früheste Erwähnung des Ortes Herbergen in der heutigen Gemarkung Schulenburg. Der Bedeutung des Namen nach (althochdeutsch herberga = Heerlager) könnte er vielleicht auf ein für längere Zeit eingerichtetes Feldlager zurückgehen, wie sie von den Franken Anfang des 9. Jahrhunderts an verschiedenen strategisch wichtigen Stellen (z.B. Flußübergängen) im besiegten Sachsen angelegt wurden. Die Siedlung Herbergen lag nördlich vom heutigen Schulenburg zwischen Leine und der Kreisstrasse nach Jeinsen.
1232 Erstmalige Erwähnung von Hof und Haus Calenberg
1282 Erste urkundliche Erwähnung einer Kapelle in Schulenburg. Capellam in Sculenborch Mindensis diocecis. Sie war somit eine Gründung der Bischöfe von Minden. Bischof Sigfried II. von Hildesheim.
1290 Erwähnung des castrum calenberg. Zunächst als Turmburg und dann durch mehrere Erweiterungen nahm es die Gestalt einer quadratischen Burganlage, mit einer Kantenlänge von ca. 37 Metern, an.
1298 Erste urkundliche Erwähnung Schulenburgs als Ansiedlung. In dieser Urkunde wird der Verkauf eines Waldstücks zwischen "sculenborch et geynhusen" (Schulenburg und Jeinsen) besiegelt. Der Name Schulenburg scheint wegen seines Grundworts -burg allerdings älter zu sein; er geht jedoch keineswegs auf eine Burg des hohen Mittelalters zurück. Trotzdem muss es hier eine gute Möglichkeit gegeben haben, sich zu verbergen; denn auf diese weist das Bestimmungswort Schulen- (althochdeutsch schulinge = verstecken) hin. Mitten durch das heutige Schulenburg verlief mehrere Jahrhunderte lang ein spätmittelalterlicher Wall, dessen davor gelegener Graben höchstwahrscheinlich auf einen früheren Leinearm zurückgeht. Dadurch muss hier eine Leineinsel entstanden sein, die einen gewissen Schutz bot und deshalb Burg oder ähnlich genannt wurde. sculenborch, also "Versteckburg".
Anf. des 14. Jahrh. Die Kirche verfügte aber schon früh über Pfarrechte, denn Anfang des 14. Jahrhunderts wird mit " Hermannus plebanus in schulenborch" der erste Pfarrgeistliche urkundlich erwähnt.
1361 Das heutige Wappentier Niedersachsens, das Sachsenross, wird Wappentier der Welfen.
1401 Gebard von Saldern verkaufte dem Kloster Maria Magdalena 4 Hufen Ackerland aus Herbergen. Ein Indiz für brach liegendes Land, denn die Klöster kauften in dieser Zeit häufig wüstes Land. Wahrscheinlich löste sich die Ansiedlung Herbergen zu dieser Zeit auf und verlagerte sich nach Schulenburg. Es ist nicht mehr feststellbar, ob und wie lange noch Hofstellen in Herbergen existierten.
1406 - 1417 Vermutlich zu dieser Zeit wurden die in Werbeke angesiedelten Höfe zu der Ansiedlung Schulenburg verlegt. Die Siedlung Werbeke löste sich auf. Das Dorf Schulenburg im eigentlichen Sinne entstand erst mit Verlassen Werbekes und Herbergen. Beim Umzug der Bauern von Werbeke nach Schulenburg legten sie die neuen Hofstellen vor dem Wall, außerhalb der Schulenburg, an. Aus einer, durch einen Wall geschützten, Ansiedlung wurde ein Dorf.
1543 Schulenburg erhielt den ersten lutherischen Pastor.
1592 Die Einwohner Schulenburgs anno 1592, die Grundbesitz ihr Eigen nennen durften: Freie Meyersleute: Henni Ebeling, Werner Bessel Kotsassen: Harmen Duleman, Heinrich Stille, Henni Wedekindt, Helmke Grimme, Erich Hundertpfund, Detlev Stori, Henni Sprockhof, Harmen Finen, Hans Wedekindt, Heinrich Hillebrandt, Hans Tempes, Hans Kuetman, Jürgen Schulenborch, Kurt Fuddes, Heinrich Goeßman, Hans Pinnen, Heinrich Karsten, Claus Ruchtenschulze, Ludeke Freisen, Gerdt Gronemayer, Curd Oberheide, Bartelt Druen, Heinrich Witten, Heinrich Wedekindt, Henni Steinwede, Jacob Klingenberch, Henni und Jobst Sommer, Steffen Niehaus, Heinrich Schrader, Johann Staes, Valentin Baxman Beibauern: Curdt Prieß, Jürgen Meyer, Hanß Grimpe, Herman Möhlen Heinrich Müllers, Andreaß Backhauß, Cordt Schrader, Christoffer Stamme, Heinrich Kempen, Heinrich Deiker, Hanß Jürgen Föstell, Heinrich Kütmanß, Heinrich Greven, Eliaß Schmidt, Hanß Fuddieß
1690 Nach den schweren Beschädigungen während des 30-jährigen Krieges, ließ Ernst August von Hannover die Festung Calenberg abbrechen. Zukünftig war auf dem Calenberg noch eine Amtsverwaltung ansässig.
1714 - 1837 Die Könige von Hannover waren in Personalunion auch Könige von Großbritannien. Georg I. Ludwig, Georg II. August, Georg III., Georg IV., Wilhelm IV. Ihnen folgte Königin Victoria (Haus Windsor).
1751 Bau der Sandsteinbrücke über die Leine nördlich von Schulenburg.
1801 Bau der ersten Orgel in der Schulenburger ev.-luth Kirche. Der Orgelbauer Ernst Gottlieb Henke, von der "Fischbecker Landwere" bekam den Auftrag. Sein Entwurf gibt 12 klingende Register an. 570 Reichsthaler soll die Orgel, die er innerhalb eines Jahres aufzustellen sich verpflichtet kosten.
1856 Renovierung der heutigen Thomaskirche zu Schulenburg. Im Rahmen dieser Renovierung wurde wahrscheinlich der gesamte Altarraum und die Empore neu angebaut und der Turm errichtet. Im Jahre 1858 wurde, in diesem Zuge auch eine neue Orgel angeschafft, so dass man in der Summe der Erneuerungen schon fast von einem Neubau der Kirche sprechen kann.
1857 - 1867 Bau der Marienburg. Das Schloss war ein Geschenk König Georgs V. an seine Frau Marie. Der König selbst konnte das Schloss nie sehen, da er im Alter von 14 Jahren erblindet war. Die großeVierflügelanlage mit Bergfried wurde vom hannoverschen Baumeister Hase begonnen, der 1864 von Baumeister Opler abgelöst wurde. Er baute das Schloss mitten in eine frühmittelalter liche Wallanlage hinein. Für stilistische Details orientierte man sich an gotischen Formen, ohne jedoch die Baustrukturen zu kopieren. Die Hauptsache war, dass es romantisch-mittelalterlich aussah. Die Marienburg wurde nie vollendet. Die Annektion Hannovers durch Preußen im Jahre 1866 beendete die Bautätigkeit. Königin Marie verbrachte nur einen Sommer auf dem Schloss, bevor sie ihrem Mann ins Exil folgte. Die herzogliche Familie von Herzog Ernst August zog erst 1945 wieder ein. Heute beherbergt es ein Schlossmuseum mit vollständig eingerichteten Wohnräumen des letzten hannoverschen Königs und vielen bedeutsamen Objekten aus der Zeit der Welfenherrschaft.
1867 Schließung der Amtsverwaltung Calenberg. Nur einige Häuser blieben von der einstigen Festung und Amtssitz der Welfen übrig. Noch heute leben einige Familien an diesem geschichtsträchtigen und schönen Flecken östlich von Schulenburg. Schöne Grüße von hieraus an die Familien Mandry, Hauser & Co. :-)
1885 Schulenburg wurde im Zuge der preußischen Kreisreform dem neugeschaffenen Landkreis Springe angeschlossen.
1895 Die Einwohnerzahl in Schulenburg liegt bei exakt 1032.
1918 Die Welfen sind das einzige deutsche Fürstenhaus, welches nach dem Ende der Kaiserzeit nicht auf ihren Thron verzichtet hat.
1931 Durch eine kirchliche Umgemeindung kamen die damaligen Ortsteile Lauenstadt, Alt-Calenberg, Calenberg, Calenberger Mühle und die damalige Domäne zur Kirchengemeine Schulenburg hinzu, die bislang zur Jeinser Kirche gehörten.
1939 Schulenburg hat jetzt 1106 Einwohner. Diese Zahl stieg bis 1946 auf 2185 Einwohner.
11.01.1946 Die britische Militärregierung schuf das Bundesland Niedersachsen aus vier historischen Ländern:
- dem Herzogtum Braunschweig
- dem Großherzogtum Oldenburg
- dem Fürstentum Schaumburg-Lippe und
- dem Königreich Hannover
1954 Geburtsjahr von Ernst August Prinz von Hannover, Herzog zu Braunschweig und Lüneburg. Seit dem Tod seines Vaters Ernst August (1914- 1987) ist er Chef des Gesamthauses Braunschweig-Lüneburg und Hannover. Prinz Ernst August von Hannover ist, entgegen vielen Gerüchten, nur ca. auf Rang 450 der britischen Thronfolge. Er ist mit Prinzessin Caroline von Monaco verheiratet.
1959 Bau der katholischen Kirche in der Kirchstrasse, jetzt Händelstrasse.
1961 Am 08.10.1961 wurde die ev. Kirche neu geweiht und bekam nun offiziell den Namen Thomaskirche, den sie angeblich schon vorher gehabt haben soll, wofür es aber keine Anhaltspunkte gibt.
1974 Aufgrund einer Gebietsreform wird die selbstständige Gemeinde Schulenburg ein Ortsteil der Stadt Pattensen. Aus 3211 Schulenburg im Kreis Springe wird 3017 Pattensen 5 im Landkreis Hannover.
1987 Bau der neuapostolischen Kirche in der Hauptstrasse.
24.04.2004 Die Internetseite "schulenburg-leine.de" geht online
2009 Auflösung der neuapostolischen Kirchengemeinde. Mit Pastor Jürgen Reinecke geht der letzte evangelische Pastor in Ruhestand. Pastor Hüttmann ( Jeinsen ) übernimmt die pastoralen Aufgaben im Ort Auflösung der katholischen "Heilig Geist Gemeinde", zusammenlegung mit der Sarstedter Kirchengemeinde.
November 2009 Die Schulenburger Internetseite ist im neuen Layout online
August 2011 Das Hausgut Calenberg wir in private Hände verkauft